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Suchtprävention

Präventionsunterricht ohne mahnenden Zeigefinger

An vier Tagen im Juni lief an der Heinrich Böll Schule (HBS) in Bruchköbel ein besonderes Tabak- und Suchtpräventionsprogramm. Die Schule ist eine von mehreren Pilotschulen, die zusammen mit der Deutschen Herzstiftung e. V. als Trägerin direkt an der Entwicklung des Programmes beteiligt sind.

Der Unterricht fand nicht aus der Erwachsenenperspektive statt. Im Rahmen des relativ neuen Faches „Darstellendes Spiel“ (DS) näherten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 spielend dem Thema warum, wie und wo Jugendliche mit dem Rauchen beginnen.

Hier werden neue Wege beschritten. DS ist ein relativ junges Fach, das sich aus dem Theaterunterricht entwickelt hat, um auf kreativem Wege die gesellschaftlichen, emotionalen und ästhetischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler auszubilden. „Weil DS ein sehr ungebundenes und gruppenorientiertes Fach ist, eignet es sich so gut, um die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu fördern und zu trainieren“ sagt Julian Viel, Lehrer für Darstellendes Spiel an der HBS.

Geschützt durch ihre Rolle im Spiel konnten die Schülerinnen und Schüler die Gründe, die zum Rauchen führen, thematisieren und kritisch bearbeiten. Das gilt zugleich für anderes Suchtverhalten, wie zum Beispiel Alkohol- oder Cannabis-Konsum.

Im allgemeinen Gespräch führten die Jugendlichen als einen Hauptgrund für das Rauchen den sogenannten Gruppenzwang an. Nach ihrer persönlichen Erfahrung befragt, sagten sie jedoch, dass dieser Gruppenzwang nicht besteht: „Keiner wird gezwungen zu rauchen.“

Im Spiel und in der anschließenden Reflexion konnten die Schüler verstehen, was sie unbewusst empfinden: Den Spagat zwischen dem Verhaltenskodex der Bezugsgruppe und dem Selbstverständnis, sich nicht von anderen bestimmen lassen zu wollen.

Jule Thomas von der Deutschen Herzstiftung: “Sie merkten, dass „Gruppenzwang“ etwas ganz Subtiles sein kann, dem man sich nicht beugt, sondern den man ganz freiwillig vollzieht.“

Holger Gröll holte als präventionsbeauftragter Lehrer der Schule zusammen mit dem Förderverein vor drei Jahren die Deutsche Herzstiftung e. V. mit ihrem Projekt „Rauchzeichen“ an die Heinrich Böll Schule. Seither werden jedes Jahr die siebten Klassen über die Gefahren des Rauchens aufgeklärt.

„Die Schulleitung war sofort bereit, auch am Pilotprojekt zum Aufbauprogramm mitzuarbeiten, weil sie den Präventionsauftrag der Schule sehr ernst nimmt“ sagt er. Bei einem Besuch in der Aula, wo das Projekt durchgeführt wurde, unterstrich Ernst Münz, Schulleiter der Heinrich Böll Schule, wie sehr ihm die Entwicklung der sozialen Kompetenzen seiner Schülerinnen und Schüler am Herzen liegt. „Solche Kompetenzen haben eine hohe Bedeutung für die Zukunftsgestaltung der Jugendlichen“ sagt er.



Jule Thomas

Spielend gegen Sucht vorbeugen

Ein Präventionsprojekt der Deutschen Herzstiftung an der Heinrich Böll Schule in Bruchköbel

In der gesamten Woche nach den Osterferien fand in den 9. Klassen der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung e. V. ein besonderes Projekt zur Suchtvorbeugung statt.

In diesem Projekt haben Jugendliche in Rollenspielen die Möglichkeit, ihre eigene Einstellung zu verschiedenen Suchtmitteln zu überprüfen. Sie lernen die Einstellung von anderen dazu kennen. Sie können ihre eigenen Motivationen überprüfen. Sie können spielerisch neue Verhaltensweisen probieren und sich eine Meinung dazu bilden. Sie setzen sich mit den Konsequenzen eigenen Verhaltens auseinander.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Rollenspielszenen, die ihren Alltag in der Auseinandersetzung mit altersspezifischen Entwicklungsschritten und Herausforderungen widergeben:
Warum beginnt jemand mit dem Rauchen, obwohl alle wissen, dass es gesundheitsschädlich ist?
Kiffen- also Cannabis, Marihuana und Haschisch rauchen- scheint total normal, jede und jeder scheint jemanden zu kennen, die das regelmäßig tun, aber wo ist die Grenze, dass Konsumverhalten aus dem Ruder läuft?
Gibt es diesen Gruppendruck/ Gruppenzwang wirklich, dass ich nur dazu gehöre, wenn ich das mache, was die anderen auch machen, obwohl ich es nicht will? Und wie schaffe ich es, ich selbst zu bleiben?
Warum wollen Menschen immer, dass die anderen das Gleiche machen wie sie selbst?
Was sind wahre Freunde und wie fühle ich mich in meinem Freundeskreis verantwortlich für andere?
Und immer wieder: Wo ist die Grenze zum Beispiel bei Tabak, bei Alkohol, bei Cannabis oder auch bei anderen Verhaltensweisen, die zur persönlichen Herausforderung werden können wie Essprobleme, Spielsucht, Mobbing …

In Rollenspielszenen bearbeiten die Jugendlichen diese Themen, denn das spielerische Ausprobieren von Verhaltensweisen kann davor schützen, dass später aus unhinterfragtem Verhalten Abhängigkeiten entstehen könnten.

Nach den Spielszenen setzen sich die Jugendlichen in einer von einer speziell geschulten Mitarbeiterin der Deutschen Herzstiftung begleiteten Diskussion über Erfahrungen, Ziele, eigene Werte, Fremderwartungen usw. auseinander.

Ein gemeinsam erstelltes Plakat, auf dem sie ihre Themen noch einmal festhalten und das danach im Klassenzimmer aufgehängt wird, soll über den Tag hinaus die Auseinandersetzung wach halten.